Das Organisationschaos rund um die Marienburgkapel

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Die Aufgabe ist klar und deutlich: Ein paar Photos schießen wie der goldene Wetterhahn auf einer Kirchturmspitze entfernt wird. Schritt für Schritt wird es doch unklar und konfus. Wer darf nach oben gehen? Und wer ist wichtiger: Photograph von den lokalen Medien oder ein Photograph von der Stadt?

 

 

Der Plot:

Eine kleine Kirche in mitten der Stadt, nur wenige Schritte von unserer Redaktion entfernt, wird renoviert. Im Zuge dieser Renovierung wird der goldene Wetterhahn auf der Kirchturmspitze entfernt, eine fantastische PR Aktion für die Stadt Nijmegen einen ihrer Wethouder los zu schicken um genau diesen Vogel zu entfernen. (Wethouder, zu deutsch: „Beigeordnete(r)“ so etwas wie ein lokaler Minister). Natürlich wird auch ein Photograph der Stadt Nijmegen mit geschickt.
Ich spreche von der Mariënburgkapel oder Huis van de Nijmeegse Geschiedenis (Marienburgkapelle / Haus der Nimwegener Geschichte)
Der einzige Weg um diesen Vogel zu entfernen führt über ein Baugerüst oder über einen Kran. Natürlich wird die Beigeordnete vom Gemeinderat der Stadt Nijmegen an Bord dieses Krans gehen und den Hahn dann entfernen. Doch was ist mit den Photographen?

 

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Marienburgkapel mit dem Gerüst

 

Plan A – Die Ursprüngliche Absprache
Mein Kollege von der Redaktion hatte mich als Photographen angemeldet. Die Absprache war das ich an Bord des Krans gehen sollte, zusammen mit der Beigeordneten. So hätte ich eine perfekte Sicht wie sie den Wetterhahn entfernt. Eigentlich klar, oder?

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Der Kran neben der Kirche, ganz oben im Korb die Beigeordnete.

Plan B – Nicht ganz wie erwartet
Etwa 15 Minuten bevor es losgehen sollte kam der Organisator zu mir und sagte, dass ich nicht mit auf den Kran gehen darf da der ansonsten zu voll wird. Also nur er, die Beigeordnete, und – ratet mal wer – der Photograph von der Stadt. Ich muss stattdessen auf über das Gerüst an die Kirchturmspitze gelangen. Ich konnte das durchaus verstehen, das es ein Gewichtslimit für den Kran gibt. Und vom Gerüst hatte ich immer noch eine gute Aussicht.

Plan C – Da kommt noch etwas (…oder weniger?)
10 Minuten vor dem Start: Der Organisator hatte es sich nochmal anders überlegt, jetzt darf ich auch nicht mehr auf das Gerüst gehen. Warum? Da auch noch andere Vertreter von der Stadtverwaltung und Bauarbeiter auf das Gerüst gehen wäre es dann zu voll. Ich sollte die Photos dann von unten aus schießen. Man kann zwar die Spitze sehen, aber Details dann weniger. Um noch extra Salz zu geben: der Photograph der Stadt darf auf das Gerüst.
Das war nicht die Absprache, und das versuchte ich auch dem Organisator klar zu machen – jedoch ließ er mich nicht weiter ausreden. Ich beendete meinen Monolog damit, dass ich unter diesen Umständen gar keine Photos schießen werde er ging dann weg und ich telefonierte mit meinem Kollegen von der Redaktion. Während des Gespräches kam der Organisator wieder zu mir….

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View from the top down

Plan … wie viele Buchstaben gibt es?
Wenige Minuten vor dem Start durfte ich jetzt doch auf das Gerüst gehen, zusammen mit den Leuten der Stadtverwaltung, den Bauarbeitern und dem Photographen der Stadt. Scheinbar ist der Photograph doch nicht ganz so wichtig.

Und wer ist wichtiger? Photograph von den lokalen Medien oder von der Stadt?
Bei dem hin und her wollte ich zwei ‚coole‘ photos schießen, aber das wurde von der Assistentin von der Beigeordneten unterbunden.

1) Zur Kirchturmspitze hoch gucken
Ich wollte ein Photo schießen wie die Beigeordnete zur Kirchturmspitze hochguckt, ihr Gesicht von der Seite, im Profil oder als Silhouette und daneben die Spitze. Technisch möglich gewesen, aber ich durfte nicht: Keine Photos von ihrem Rücken. Erstens war es nicht ihr Rücken, sondern ihre Seite. Zweitens: der Photograph der Stadt hat später vergleichbare Photos geschossen, während die Assistentin daneben stand

2) Anziehen der Sicherheitsjacke
Ebenfalls wollte ich ein Photo schießen wie die Beigeordnete ihre Sicherheitsjacke anzieht bzw. anhat. Da sie auf den Kran geht muss sich aus Sicherheitsgründen daran binden. Diese Jacke sah durchaus cool aus und ich dachte es würde durchaus das Bild geben das sie die „Sachen selbst in die Hand nimmt“.
Aber ihre Assistentin erlaubte mir nicht das ich dieses Photo schieße. Der Photograph der Stadt dagegen machte viele Photos, auf einigen davon posierte die Beigeordnete.

Ergebnis
Der Photograph von der Stadt wurde auf dem Gerüst bevorzugt, ich musste stattdessen warten bis ich meine Photos schießen konnte btw. durfte.
Aber guckt selbst und vergleicht unsere Photos (Hinweis: Ich achte schon darauf das die Photos in hoher Auflösung publiziert werden, und jeder seine Augen auf hat!)

Und hier ist meins:
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Wer hat jetzt das bessere Photo geschosen?
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